Führungsstil – den richtigen Ton treffen

FührungskraftNicht jeder ist in der Lage eine Firma oder ein größeres Unternehmen zu führen. Vielfach scheitern die Versuche am richtigen Führungsstil, der nur erkannt werden kann, wenn die Mitarbeiter beobachtet werden und sich derjenige in sie hineinversetzen kann. Führen will gelernt sein und darum ist das Miteinander besonders wichtig, denn ansonsten kann keine Motivation aufkommen.

Generell gibt es keinen besonderen Führungsstil, der ausgeübt werden kann, denn nicht immer sind Situationen oder auch Mitarbeiter genau einzuschätzen. Unterschiedliche Faktoren sind nötig, damit eine Person seinen Stil herausfinden kann. Hierbei spielt nicht nur die Persönlichkeit eine große Rolle, sondern im Endeffekt sind die Mitarbeiter diejenigen, die einen bestimmten Führungsstil fordern.

Eine Führungskraft muss einschätzen können, welche Motivation die Mitarbeiter brauchen, um gute Arbeit zu leisten und weiterhin kommt es auf die zu bewältigenden Aufgaben an. Der eigentliche Führungsstil sollte dabei immer gleichbleibend sein, also nicht nur dynamisch, sondern auch flexibel und der Situation angepasst sein.

Der autoritäre Führungsstil

Um Mitarbeiter zum Motivieren, braucht es kaum einen autoritären Führungsstil, denn hierbei wird in der Regel nur befohlen. Meinungen der Mitarbeiter werden nicht beachtet und der Vorgesetzte macht unmissverständlich klar, dass er allein das Sagen hat. Akzeptieren dies die Mitarbeiter nicht und können sie sich seiner Hierarchie nicht unterordnen, kommt es unweigerlich zur Meuterei. Darum sollte schon bei der Einstellung von Personen klar gestellt werden, welcher Führungsstil in der betreffenden Firma herrscht.

Allerdings gibt es auch Situationen, in denen ein Vorgesetzter autoritär sein sollte, nämlich dann, wenn Mitarbeiter nicht in der Lage sind Eigenverantwortung zu übernehmen oder keine alleinigen Entscheidungen treffen können, wenn sie sollten.

Der autoritäre Führungsstil kann seine Vorteile haben, wenn sich Konfliktsituationen bilden. Zum Beispiel, wenn sich das Unternehmen in einer Krise befindet. Dann sollte es eine Person geben, die das Sagen hat und Anordnungen treffen kann. Gerade in solchen Situationen erwarten es Mitarbeiter, dass sie streng aber gerecht geführt werden.

Der Führungsstil kann auch seine Nachteile haben, denn ist der Vorgesetzte abwesend und es fallen firmentechnische Fragen an, möchte keiner die Verantwortung übernehmen.

Der patriarchalische Führungsstil

Dieser Führungsstil findet sich heute in Familienbetrieben oder kleineren Unternehmen und zeichnet sich dadurch aus, dass der Vorgesetzte seine Mitarbeiter einbezieht bevor er wichtige Entscheidungen trifft. Nach Art eines Familienvaters werden bestimmte Situationen mit den Angestellten besprochen und erst dann fällt eine Entscheidung. Die Mitarbeiter werden von ganz allein merken, wer das Sagen hat und seine Autorität anerkennen.

Diejenigen, die ein Familienunternehmen leiten haben immer einen persönlichen Kontakt zu den Angestellten, wobei diese jedoch genau wissen, wer die Anordnungen trifft. In bestimmten Situationen ist der Führungsstil sogar angebracht, denn wenn es darum geht einem Neuling Wissen zu vermitteln, klappt das anhand einer „ Vaterfigur“ besser.

Bevorzugt der Verantwortliche den patriarchalischen Führungsstil muss er besonders aufpassen, sich nicht zu sehr in das Leben seiner Mitarbeiter einzumischen. Oft leidet das Betriebsklima darunter, denn viele Mitarbeiter meinen in solcher Situation, dass der Betreffende zu sehr eingreift.

Der kooperative Führungsstil

Kooperativ heißt, seine Mitarbeiter dürfen mitentscheiden und sie werden auch als erste über zum Beispiel Änderungen informiert. Die Mitarbeiter dürfen nicht nur mitbestimmen, sie sollen es auch. Sie dürfen weiterhin frei ihre Meinung äußern, hierbei ist es egal, ob es sich um negative- oder positive Kritikpunkte handelt.

Hierbei entsteht eine Mitarbeiter Motivation, denn jeder von ihnen fühlt sich als eigenständige Person gefragt. Sie können sich in ihrer Meinung frei entfalten und brauchen keine Angst zu fürchten, wenn sie Verbesserungen vorschlagen, auch wenn sie nicht danach gefragt wurden. Weiterhin fühlen sich Mitarbeiter so, als wenn sie ein Unternehmen mit kontrollieren würden, was einen weiteren Motivationsschub gibt.

Allerdings setzt ein kooperativer Führungsstil voraus, dass Mitarbeiter uneingeschränkt Vertrauen in ihre Führungsperson haben. Andererseits hat aber auch der Vorgesetzte etwas von seinem Führungsstil, denn die Mitarbeiter können in bestimmte Überlegungen eingreifen und geben oft wertvolle Hilfe bei anstehenden Entscheidungen.

Dieser Führungsstil gilt als der Richtige, denn es gibt so gut wie keine Risiken. Er setzt jedoch voraus, dass der Vorgesetzte hohe Anforderungen erfüllen muss und leicht wird es auch nicht, wenn eine Firma oder ein Unternehmen so geführt werden soll.

Der partizipative Führungsstil

Bei diesem Führungsstil lässt der Vorgesetzt erst einmal seine Mitarbeiter entscheiden, bevor er die letzte Entscheidung trifft. Das geschieht aber nach Diskussionen, in denen nach unterschiedlichen Lösungen von Problemen gesucht wird. Die Mitarbeiter können sich aber einbringen und ihre Sicht der Dinge kundtun und so kann es durchaus sein, das sie wichtige Entscheidungen beeinflussen können.

Der Führungsstil lässt es zu, dass sich der Vorgesetzte erst einmal dezent zurückhält, damit kann er seinen Mitarbeitern vermitteln, dass sie Verantwortung übernehmen, was wiederum ihrer Motivation dient. Die Mitarbeiter müssen so im Sinne der Firma denken und das trägt dann auch zum Erfolg einer Firma bei.

Der Laissez-faire Führungsstil

Hierbei sind Vorgesetzter und Mitarbeiter in einem eher freundschaftlichen Arbeitsverhältnis, wobei es einen Vorgesetzten eigentlich gar nicht mehr gibt. Dieser übermittelt seinen Angestellten Probleme und die Mitarbeiter entscheiden dann, was zu tun ist. Allerdings geht das nur bedingt, denn die Mitarbeiter müssen nicht nur enorme Fachkenntnisse aufweisen, sondern sie müssen zudem auch handeln können.

Angenommen wird dieser Führungsstil von Kritikern kaum, denn sie vertreten die Meinung, dass es so an einer bestimmten Führung mangelt. Vorteile hat der Führungsstil nur dann, wenn jeder Mitarbeiter Verantwortung mitträgt.

Eine Führungsperson werden kann nicht jeder, denn hierzu gehören nicht nur enorme Sachkenntnisse, sondern auch die Mitarbeiter Motivation. Ein Vorgesetzter muss sich durchsetzen können, ohne dass er zeigt, dass er allein das Sagen hat. Je nach Führungsstil kann das freundschaftlich oder auch autoritär sein.

Es ist meistens der Fall, das eine Führungsperson erst einmal in seine Arbeit herein wachsen muss, vor allem dann, wenn er neu in der Branche ist. Menschen sind verschieden und er oder sie sollten ein gutes Gespür für die Nöte der Mitarbeiter haben. Zudem arbeitet nicht jeder Mensch jeden Tag gleich und darum ist manchmal auch ein persönliches Gespräch von Nutzen, auch wenn sich das Problem auf den privaten Bereich des Mitarbeiters beschränkt.